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Mikrofoncharakteristiken

Unsere Ohren sind Mikrofone im weiteren Sinne, denn sie wandeln den Schall in Signale um, die unser Gehirn verarbeiten kann. Die Ohren hören Geräusche von vorn besser als von hinten. Das linke Ohr hört Geräusche von links besser, das rechte Ohr Geräusche von rechts.

Kugel

Ein Mikrofon mit Kugel-Charakteristik 'hört' in alle Richtungen gleich gut. Die Kugel-Charakteristik wird eingesetzt, wenn sich die Schallquellen rundum das Mikrofon befinden, z.B. bei der Aufnahme eines Orchesters im Konzertsaal. Im Live-Einsatz sind Mikrofone mit Kugel-Chrakteristik wegen der großen Gefahr von Rückkopplungen ungeeignet. 

Niere

Ein Mikrofon mit Nieren-Charakteristik 'hört' in der Mikrofonachse am besten. Bis zu 90° Winkel lässt sein 'Gehör' kaum nach, aber Schallquellen mehr hinter dem Mikrofon werden deutlich schlechter wahrgenommen. Diese Charakteristik ist für den Live-Einsatz optimal, solange die Lautsprecher hinter dem Mikrofon und die Schallquelle direkt oder seitlich vor dem Mikrofon sind (siehe auch Mikrofonachse).

Super-/Hyperniere

Ein Mikrofon mit Super-  oder sogar Hypernieren-Charakteristik 'hört' auch schon zur Seite (90°) deutlich schlechter als in der Mikrofonachse. Allerdings werden Signale direkt hinter dem Mikrofon wieder stärker wahrgenommen. Der Bereich mit der geringsten Verstärkung liegt bei 120°. Diese Mikrofone müssen sehr exakt positioniert werden. Sie werden gern zur Abnahme von fest stehenden Instrumenten eingesetzt, bei denen die Niere zu viele seitliche Schallquellen mit aufnehmen würde, z.B. Gitarren-Amp oder Schlagzeug (siehe auch Mikrofonachse).

Acht

Die Acht stellt die Extremform der Hyperniere dar. Ein Mikrofon mit Charakteristik Acht 'hört' nach vorn und hinten gleich gut, aber zur Seite schlechter. Die geringste Verstärkung hat so ein Mikrofon also bei Schallquellen im 90°-Winkel. Die Einsatzbereiche der Acht sind sehr begrenzt. Sie wird nur verwendet, wenn zwei gleich starke Schallquellen vor und hinter dem Mikrofon erfasst werden sollen (z.B. 2 Toms oder Overhead senkrecht zum Monitor beim Schlagzeug).

Für Profis: Generell muss zusätzlich beachtet werden, dass jede Richtwirkung frequenzabhängig ist.