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Mischpult

Mischpult A&H ZED10FXMischpult A&H ZED10FXDer generelle Aufbau eines analogen Mischpultes ist bei den verschiedenen Herstellern gleich. Unterschiede ergeben sich im Detail der Bezeichnung oder dadurch, dass einige Mischpulte mehr Funktionen haben als andere.

Der Mischbereich eines analogen Mischpults ist generell wie eine Tabelle/Matrix aufgebaut. Die Channel (=Kanäle, siehe unten) dienen der Verarbeitung der Eingangssignale. Sie entsprechen den Spalten in der Tabelle/Mischmatrix. Einzelne Potentiometer/Drehregler legen fest, welchen Einfluss das einzelne Eingangssignal auf ein bestimmtes Ausgangssignal hat. Jeder Ausgang hat seine eigene Zeile in der Tabelle/Mischmatrix.

Im Überwachungsbereich rechts auf dem Mischpult erfolgt die interne Anzeige und das Vorhören der Tonsignale. Besonders im Überwachungsbereich setzen die verschiedenen Hersteller allerdings sehr unterschiedliche Konzepte um.

Beispielhaft ist hier das ZED10FX von Allen&Heath dargestellt.

Anschließen der Ein- und Ausgänge

Mikrofone werden über die mit Mic bezeichnete XLR-Buchse für Mikrofonkabel angeschlossen. Alternativ (meist entweder/oder) können Instrumente über die mit Line bezeichnete Klinkenbuchse für TS- oder TRS-Mono(!)-Klinkenstecker (siehe Stereo und Mono) verbunden werden. Da das Ausgangssignal eines Mikrofons viel schwächer ist als das Ausgangssignals des Kopfhörer- oder Line-Ausgangs z.B. eines Keyboards, werden die Mic-Eingänge typischerweise um den Faktor 10 (= 20dB) mehr verstärkt als die Line-Signale, wobei: Wert in dB = 20log(Wert). An den Mic-Buchsen kann die Phantomspeisung für Kondensator-Mokrofone (oder aktive DI-Boxen) aktiviert werden (siehe 'Mikrofontypen'). Die Stereo-Eingänge bestehen aus 2 getrennten Cinch- oder Mono-Klinken-Buchsen (links und rechts).

Die mit ...Out bezeichneten Ausgänge des Mischpultes werden über Cinch-Buchsen, Klinken-Buchsen oder XLR-Stecker im Line-Pegel ausgegeben. Der Line-Pegel liegt je nach Hersteller bei 0dBu (= 0,7746V) oder 4dBu (= 1,2277V) (Wert in dBu = 20log(Wert/0,7746V)).

Channel

Die Channel-Spalte beginnt oben mit der Einstellung der Verstärkung des Vorverstärkers (Preamp). Das mit Gain (oder Trim) bezeichnete Potentiometer sollte so eingestellt werden, dass das typische Eingangssignal einen Pegel von >= 0dB hat (einpegeln). Bei nicht verwendeten Eingängen wird Gain auf den linken Anschlag gedreht.

Der Schalter HPF (Hochpassfilter, oder Low Cut) muss bei Mikrofonen gedrückt werden, sonst nicht.

Die mit HF, MID und LF bezeichneten Potentiometer bleiben erst einmal in der Mittelstellung.

Mit den Potentiometern FX bzw. Aux wird die Wirkung dieses Eingangskanals auf den FX- bzw. Aux-Ausgang eingestellt.

Pan (Panorama) bzw. Bal (Balance) bei Stereo-Kanälen gehört standardmäßig in die Mittelstellung. Mit diesem Potentiometer lässt sich die Stereo-Wirkung des Kanals in Richtung links oder rechts verstellen.

Mit dem Potentiometer Level bzw. mit dem Schieberegler/Fader unten in der Kanalspalte wird die Wirkung des Einganskanals auf den Hauptausgang des Mischpultes, d.h. auf den Main-Mix eingestellt. Das vor diesem Fader anliegende Signal wird als Pre-Fader bezeichnet, das durch den Fader beeinflusste Signal wird Post-Fader oder After-Fader genannt.

Weitere Schalter ermöglichen ev., den Eingangskanal auf weitere Ausgänge (hier Record) zu schalten.

Viele Mischpulte haben auch einen Mute-Schalter (Stumm-Schalter), sodass trotz hochgezogenem Fader das Signal nicht mehr auf den Main-Mix geführt wird. Das ist sinnvoll, wenn ein Mikrofon z.B. nur bei Ansagen benötigt wird.

Der Schalter Listen (bei anderen Herstellern mit PFL oder Solo bezeichnet) schaltet das Pre-Fader-Einganssignal unabhängig von der Fader-Stellung auf die Signalanzeige. Das PFL=Pre-Fader-Listen ermöglich also die Anpassung des Signals, ohne dass auf den Main-Lautsprechern schon etwas davon zu hören ist. So kann das Einpegeln der Vorverstärkung auf >= 0dB erfolgen. Zu beachten ist, dass immer nur bei einem Kanal zur Zeit dieser Schalter gedrückt sein sollte. Eine Kontroll-LED weist auf ein eingeschaltetes PFL hin.

Main-Mix und weitere Ausgänge

Die unterste Zeile des analogen Mischpultes bildet den Main-Mix. Mit den Level-Potentiometern bzw. den Kanal-Fadern lässt sich für jeden Kanal getrennt entscheiden, wieviel Signal auf die Main-Lautsprecher ausgegeben wird. Alle Kanäle überlagern sich dabei. Ganz rechts in der untersten Zeile befindet sich der Gesamt-Lautstärkeregler Main-Mix-Level. Die Lautsprecher am Main-Mix, die Lautsprecher der PA-Anlage (Public-Address), sollten so eingestellt sein, dass die vermutlich in der Veranstaltung benötigte maximale Lautstärke bei einem Main-Mix-Level von 0dB liegt. Hierbei ist zu beachten, dass durch die Überlagerung der Einzelsignale der Main-Mix in seiner Summe stark schwanken kann.

Auch der Aux-Ausgang (oder jeder der Aux-Ausgänge bei größeren Mischpulten) hat eine eigene Mischzeile. Ganz rechts befindet sich wieder der Aux-Mix-Level, mit dem die endgültige Lautstärke des gemischten Aux-Signals entschieden wird. Der Aux-Ausgang arbeitet typischerweise Pre-Fader, d.h. die Level/Fader-Einstellungen für den Main-Mix haben keinen Einfluss auf das Aux-Signal. Und umgekehrt genauso, die Aux-Potentiometer haben keinen Einfluss auf den Main-Mix. Aux-Ausgänge werden gern für die Ansteuerung der Monitor-Lautsprecher auf der Bühne verwendet. Auch hier sollten die Monitor-Lautsprecher so eingestellt sein, dass bei Aux-Level 0dB die vermutlich größte erforderliche Lautstärke wirksam ist.

Beim FX-Ausgang sieht das etwas anders aus. Die mit FX bezeichneten Potentiometer speisen zwar auch 'ihren' FX-Out, aber Post-Fader, d.h. die Level/Fader-Stellung für den Main-Mix wird mit berücksichtigt und beeinflusst den FX-Mix. Das hängt damit zusammen, dass das FX-Signal für Effekte gedacht wird. Es macht wenig Sinn, z.B. den Hall von einer Stimme zu verarbeiten, die im Main-Mix gar nicht zu hören sein soll.

Record-Out und Monitor-Out sind Allen&Heath-spezifisch und werden hier daher nicht näher erläutert.

Überwachung mit Signalanzeige und Phones-Ausgang

Jedes gute Mischpult bietet eine Signalanzeige über LEDs und eine Abhörmöglichkeit über Kopfhörer. Die Lautstärke des Kopfhörerausgangs sollte standardmäßig immer erst einmal auf Minimum (Linksanschlag) gedreht sein und erst bei Bedarf höher gedreht werden, nachdem das Signal mit der Signalanzeige überprüft wurde. Da die Routingmöglichkeiten von Pult zu Pult variieren, wird hier auf eine detailliertere Beschreibung verzichtet.